| Dämmstoffe aus: |
Holz(-faser / -wolle) Papier / Cellulose  
Wolle
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Flachs  
Schilf  
Getreide
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Stroh  
Hanf
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Holz |
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Die Anwendungsmöglichkeiten von Holz sind derart vielfältig, dass sich im Extremfall ein ganzes Bauwerk rein aus Holz herstellen ließe.
Es liefert nicht nur das Grundgerüst und die Dachkonstruktion für Häuser, sondern dämmt und kommt bei Türen, Fenstern oder für Boden – und
Wandgestaltungen zum Einsatz. Fichte, Kiefer und Lärche sind die heimischen Hölzer, die für konstruktive Bauteile am besten geeignet sind,
Buche und Eiche dagegen sind vor allem beim Innenausbau gefragt. |
HolzfaserEIGENSCHAFTEN: feuchtigkeitsresistent, feuchtigkeitsregulierend, wärmespeichernd, diffusionsoffen, bituminierte und latexierte Varianten für den Außenbereich erhältlich EINSATZBEREICH: Innenausbau:Wärme-, Kälte und Schalldämmung, Trittschalldämmung; Dachausbau bei Neubauten sowie Altbausanierung UMWELTVERHALTEN: recyclefähig ohne gesundheitsgefährdende, chemische Zusätze, unter bestimmten Bedingungen kompostierbar Eine sich abzeichnende vermehrte Verwendung von Holzfasern als Dämmstoff bestätigt die universellen Einsatzmöglichkeiten
von Holz und unterstützt den begrüßenswerten Trend zum natürlichen Material. |
HolzwolleEIGENSCHAFTEN: Wärme- und schalldämmend, schallabsorbierend, brandschutzverbessernd, feuchtigkeitsabsorbierend, anbetonierbar, als Putzträger erhältlich, beständig gegen Ungeziefer EINSATZBEREICH: Außenwände, Trennwände, Decken und Dächer, zur Schall- und Wärmedämmung, Brandschutz UMWELTVERHALTEN: recyclebar Als Dämmstoffe eignen sich aber auch eine Vielzahl anderer Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen, allen voran die Cellulose. Neben den bereits erläuterten Dämmstoffen Holzfaser und Holzwolle, ergänzen Flachs, Hanf, Stroh und Schilf die Palette natürlicher Dämmstoffe. Auch Schafwolledämmstoffe werden von verschiedenen Herstellern angeboten. Cellulose-, Flachs- und Hanfprodukte sind allerdings schon weiter verbreitet. Sie dämmen nicht nur gut, sondern lassen sich auch mit einfachen Mitteln herstellen und verarbeiten. Ebenso unterschiedlich wie die Rohstoffe sind auch die Formen der daraus herstellbaren Dämmstoffe. Zu Faserplatten gepresst können Stroh- oder Holzprodukte gleichzeitig als Konstruktionswerkstoff für den Innenausbau verwendet werden. Hanf und Flachs bietet der Handel vor allem in Form von Matten und Vliesen an. Einen Sonderfall stellen die Cellulosedämmstoffe (s. u.) dar: Sie sind als Flocken erhältlich, die in Zwischendecken oder Böden eingeblasen werden. |
Papier / CelluloseEIGENSCHAFTEN: wärme- und schalldämmend, hohe Winddichtigkeit, feuchtigkeitsabsorbierend, beständig gegen Schimmelpilze und Ungeziefer EINSATZBEREICH: Decken, Wände, Dächer und Böden (mit Einschränkungen in Nassräumen) UMWELTVERHALTEN: bei sortenreinem Ausbau recyclefähig Dämmstoffe aus Altpapier nehmen unter den Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen sicher eine Sonderstellung ein, denn sie bestehen nicht aus eigens zur Dämmstoffherstellung aus der Natur entnommenen Rohstoffen, sondern aus einem Material, das seine ursprüngliche Aufgabe bereits erfüllt hat. Schließlich wird der Grundstoff Cellulose aus alten Tageszeitungen gewonnen und es werden nur bei bestimmten Dämmmaterialien Zusatzstoffe beigemischt (Cellulose-Platten werden mit Bindemittel (z.B. Ligninsulfat) und Branschutzmittel (z.B. Borsalz) versetzt. Flocken dagegen enthalten keine Bindemittel, da Lignin als holzeigener Klebstoff bereits in den Cellulosefasern enthalten ist. Problematische Rückstände aus Druckfarben lassen sich ausschließen, indem man nur weitgehen „sortiertes“ Zeitungspapier verwendet). So verbinden aus Altpapier gewonnene Cellulose-Dämmstoffe hervorragend die ökologischen und ökonomischen Anforderungen des Recyclings. Darüber hinaus erfordert Cellulose-Dämmstoff unter den industriell gefertigten Materialien den geringsten Primärenergie-Einsatz. |
WolleEIGENSCHAFTEN: feuchtigkeitsregulierend, schallabsorbierend, diffusionsoffen, normal entflammbar, geringes Gewicht, niedrige Wärmeleitzahl, hohe Dampfdurchlässigkeit EINSATZBEREICH: Geeignet für Innenbereiche zur Wärme-, Kälte- und Schalldämmung von Wänden, Decken und Dächern UMWELTVERHALTEN: 100% recyclefähig Was für Textilien gilt, ist auch für den Einsatz von Wolle als Dämmstoff entscheidend: Länge und Kräuselung
bestimmen den Grad der Qualität, wobei die Dämmstoffindustrie grobe Wolle benötigt und auf jene Wollsorten zurückgreift, die wegen ihrer Farbe
für die Herstellung von Textilien weniger geeignet sind. Durch ihre natürliche Kräuselung, ihre hohe Elastizität und durch ihr feuchtedynamisches
Verhalten unterscheidet sich Wolle grundsätzlich von herkömmlichen Faserdämmstoffen. Die Kräuselung schafft Volumen und ermöglicht einen
hohen Lufteinschluss zwischen den Fasern. Diese eingeschlossene Luft, die Rohdichte sowie entsprechende Schurwollmischungen sind wesentliche
Kriterien für eine niedrige Wärmeleitfähigkeit. Wolle nimmt bis zu 30 Gew.-% an Feuchtigkeit auf – ohne dass sich die Wärmeleitfähigkeit
deutlich verändert – und gibt sie je nach Umgebungsbedingungen wieder ab. Die Entzündungstemperatur von Schafwolle liegt erst bei 500 – 600°C.
Dabei schmilzt Wolle nicht, sondern bildet eine schaumartige Asche, die isolierend gegen Feuer wirkt. |
FlachsEIGENSCHAFTEN: feuchtigkeitsregulierend, diffusionsoffen, gut schalldämmend, verarbeitungsfreundlich EINSATZBEREICH: Geeignet für Außen- und Zwischenwände, Decken, Dachstühle, Akustikdecken UMWELTVERHALTEN: Flachs entstammt hinsichtlich der Stickstoffdüngung einer extensiven Ackerkultur; geringer Energiebedarf bei der Dämmstoffherstellung; Flachsdämmstoffmatten sind recyclefähig und kompostierbar Dämmstoffe aus Flachsfaser gehören mit Werten um 0,040 W/mK zu den dämmungsfähigsten Erzeugnissen aus nachwachsenden
Rohstoffen. Als baurechtlich zugelassene und ständig überwachte Produkte erfüllen sie alle Ansprüche hinsichtlich des Wasserbinde- und
Brandverhaltens. Wie alle Naturstoffe müssen sie vor Feuer, Wasser und Schädlingen geschützt werden. Manche Hersteller verwenden zu diesem
Zweck Borsalz und/oder Ammoniumphosphat. Zur Erhöhung der Elastizität werden von einigen Herstellern Textilfasern aus Polymeren beigemischt,
während andere Kartoffelstärke verwenden. |
SchilfEIGENSCHAFTEN: feuchtigkeitsresistent, schalldämmend, diffusionsoffen, weitgehend fäulnissicher (durch hohen natürlichen Silikatgehalt) EINSATZBEREICH: Geeignet für Dach-, Fassaden- und Innenwanddämmung einschließlich Kellerwänden und Geschossdecken, als Putzträgermatten erhältlich, für Reetdachdeckung UMWELTVERHALTEN: sehr geringer Energiebedarf für die verschiedenen Verwendungsbereiche und für die Dämmstoffherstellung; Schilfrohrmatten sind recyclefähig Die wärmedämmende Wirkung von Schilfrohr beruht auf der im Schilfrohrstängel eingeschlossenen, so genannten „ruhenden“ Luft.
Im Unterschied zu anderen Dämmstoffen aus Naturmaterial absorbiert Schilf weniger Feuchtigkeit, ist aber besonders feuchtigkeitsresistent und
„atmungsfähig“. Schilfrohrmatten sind vor allem an Wand und Decke hervorragend zu verarbeiten. Sie bieten gute Voraussetzungen für einen problemlos
haftenden Putz. Die Ernte von Schilf dient auch dem Naturschutz. |
GetreideEIGENSCHAFTEN: wärme- und schalldämmend, sehr hohe Wärmespeicherkapazität, diffusionsoffen EINSATZBEREICHE: geeignet für alle Bereiche des Innenausbaus - Fußboden, Decke, Wand und Dach Getreideschrot, Kleie, Kalk, Molke und Wasserglas sind die fünf Ausgangsstoffe zur Herstellung von Ceralith-Granulaten im Extruder. Zu einer teigigen Masse unter Druck und Temperatur verknetet, werden dünne Teigstränge der Produktmasse ausgepresst und als Granulat geschnitten. Eingespannter Wasserdampf lässt die Kügelchen an der Luft schlagartig aufblähen. Das Granulat härtet aus und ist sofort gebrauchsfertig. Die Anteile der Ausgangsstoffe können variiert werden und ermöglichen die Herstellung einer ganzen Palette von Stoffen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Während des Herstellungsprozesses erfahren alle Ausgangsstoffe eine Umwandlung. Völlig frei von Konservierungsstoffen, chemischen Bindemitteln oder weiteren Zusatzstoffen ist das Dämmstoffgranulat beständig gegenüber tierischen Schädlingen und Schimmelpilzen. Alle Granulate können in die Baustoffklasse B2 eingeordnet werden. Dämmstoffgranulate sind bauaufsichtlich zugelassen und werden bauökologisch empfohlen. |
StrohEIGENSCHAFTEN: mittlere Wärme- und Schalldämmung, diffusionsoffen, wasserdampfdurchlässig, Strohplatten sind nur schwer entflammbar EINSATZBEREICH: alle Bereiche des Innenausbaus, als Wandsysteme, in Verbindung mit Putz zur Fassadenisolierung, als zuschlagstoff im Lehmbau UMWELTVERHALTEN: kompostierbar, als einheimischer, nachwachsender Rohstoff ausreichend verfügbar Als Verpackungsmaterial haben sich Stroh und Holzwolle lange Zeit neben Kunststoffprodukten einen Platz sichern können. Heute lassen sich Strohelemente hervorragend in moderne Baustoffsysteme integrieren. Die Möglichkeiten der für den Bau bestimmten Strohmaterialien reichen dabei von der klassischen Dämmung mit Matten und losem Einblasgut bis zu nicht tragenden Wandelementen, die sehr gute wärme- und schalldämmende Eigenschaften aufweisen. |
HanfEIGENSCHAFTEN: wärme- und schalldämmend, feuchtigkeitsausgleichend, diffusionsoffen EINSATZBEREICH: Geeignet für Dach- und Geschossdeckendämmung, Außen-, Innen- und Kellerwände UMWELTVERHALTEN: geringer Primärenergieeinsatz, verbrennbar Hanf ist eine universelle Kulturpflanze und seit 10.000 Jahren bekannt. Sie liefert den Rohstoff für Öl, Papier und
Baumaterial, aber auch für Rauschmittel wie Haschisch und Marihuana. Nachdem man durch Züchtung den Anteil des für die Drogenproduktion
verwendeten Tetrahydrocannabinol drastisch gesenkt hat und das Missbrauchsrisiko heute viel geringer eingeschätzt wird, darf THC-armer Hanf
seit 1996 auch in Deutschland wieder angebaut werden. Hanf braucht bis zur Erntereife rund 120 Tage, wobei der Trockenmasseertrag allerdings
viel geringer ist als bei Getreide oder Mais. |