Passivhausbau

Was ist ein Passivhaus?

Vereinfacht gesagt ist das Passivhaus ein besonders energieeffizientes Haus - kein Null-Energie-Haus, denn auch im Passivhaus muss ein Restenergiebedarf gedeckt werden, aber doch noch erheblich sparsamer als ein normales Haus. Erreicht wird dieses Maß an Energie-Effizienz in unseren Breiten vor allem durch folgende Faktoren:

Sehr guter Wärmeschutz:
  • Bessere Wärmedämmung beruht auf dem vermehrten Einsatz hochwertiger moderner Dämmstoffe und reduziert nicht nur die Wärmeverluste des Gebäudes, sondern bedeutet auch im Winter höhere und im Sommer niedrigere Innenoberflächentemperaturen - das Wohnklima wird behaglicher und die Anfälligkeit für Tauwasser an Innenoberflächen sinkt.
  • Gleichzeitig ist die wärmebrückenfreie Konstruktion des Gebäudes äußerst wichtig, einerseits für die Behaglichkeit, andererseits aber auch für die Verhinderung von Tauwasser.
  • Neben der Minimierung der Wärmeverluste ist das Passivhauskonzept auf die möglichst effektive Nutzung von solaren Wärmegewinnen angelegt. Die Hauptfassade des Gebäudes sollte deshalb relativ zur Sonne, also möglichst nach Süden (+/- 25°) ausgerichtet werden.
  • Entscheidend ist auch die Kompaktheit des Gebäudes, d. h. dass das Haus eine möglichst kleine Oberfläche haben sollte, über die Wärme nach außen entweichen kann (z. B. Verzicht auf Erker, Querbauten etc.; ideale Form: Würfel). Da die bauliche Hülle einen großen Teil der Baukosten ausmacht, ist eine kompakte Konstruktion auch finanzieller Sicht von Vorteil.
Luftdichtheit:
  • Die luftdichte Ausführung reduziert ebenfalls die Anfälligkeit für Bauschäden. Langzeitmessungen an älteren Passivhäusern belegen, dass die Gebäudehülle bei sorgfältiger Planung und Ausführung auch über Jahrzehnte hinweg luftdicht bleibt.
Bauteil Fenster
  • Hochwertige Fenster sind für das Passivhaus eine wichtige Voraussetzung. In den letzten Jahren wurden hier entscheidende Qualitätsverbesserungen erreicht, so dass es mittlerweile gelingt, die mittleren Oberflächentemperaturen über 17 °C zu halten. Dies trägt einerseits zur Behaglichkeit bei, aber auch die Art der Wämrezufuhr im Raum wird zweitrangig: Es kommt nicht mehr darauf an, wo und wie im Raum die noch erforderliche, geringe Hiezwärme zugeführt wird, und auch der Zeitpunkt der Wärmezufuhr ist im Passivhaus unkritisch.
Hocheffiziente Lüftung
  • Zuverlässig, genau in der richtigen Menge, am gewünschten Ort, pollenfrei und komfortabel ist die Frischluftzufuhr durch eine geregelte Wohnungslüftung möglich. Besonders durch die mittlerweile verfügbaren, hocheffizienten Geräte zur Wärmerückgewinnung kann diese Aufgabe mit einer entscheidenen Verbesserung der Effizienz verbunden werden.
Haustechnik mit niedrigen Aufwandszahlen und energiesparende Geräte
  • Durch die effiziente Technik wird bei geringerem Energieverbrauch die thermische Behaglichkeit gesteigert; gleichzeitig erreicht man einen verbesserten Schutz der Bausubstanz. Dies steigert den Wert des Gebäudes im Allgemeinen mehr, als Mehrkosten für die Verbesserungen anfallen.
Ein Haus soll für seine Bewohner behaglich sein, über eine gute Raumluftqualität verfügen, wenig Energie verbrauchen und gleichzeitig aber auch zu einen vertretbaren Preis realisiert werden können. Gerade der Holzbau bietet hier beste Voraussetzungen, weil hier hochwertig gedämmte Konstruktionen vergleichsweise kostengünstig und konstruktiv schlank realisiert werden können.
Doch erst durch das Zusammenspiel von sehr guter Wärmedämmung, Luftdichtheit, Warmfenstern, und einer Komfortlüftung mit hocheffizienter Wärmerückgewinnung wird es möglich, Häuser in unserem mittel- europäischen Klima so zu bauen, dass der verbleibende Heizenergieverbrauch verschwindend gering ist und die Heizung eine funktionale Verbindung mit der Lüftung eingehen kann.

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